Wie gefährlich ist Chiropraktik wirklich?
Ein Blick auf Zahlen. Für Verbände und Chiropraxen.
Status Quo: Keine echte Reichweite ohne Hater und Kritiker.
Chiropraktik ist seit ihrer Entstehung in der Kritik.
Wir würden sagen: Vieles davon war selbst verschuldet.
Zu hohe Ansprüche, zu viel Ego und ein zu wenig geschulter Umgang mit Gatekeepern.
Wir würden sagen: Vieles davon war selbst verschuldet.
Zu hohe Ansprüche, zu viel Ego und ein zu wenig geschulter Umgang mit Gatekeepern.
Andere sehen das anders ‒ Und auch die haben sicherlich Recht.
Heute ist es etwas anderes.
Wer sich als Chiropraktiker in den sozialen Netzwerken für die eigene geliebte Tätigkeit einsetzt wird ab einer gewissen Reichweite angegriffen.
Viel zu klar scheint die Gefahr, Nutzlosigkeit und Verblendung der Anwendenden auf der Hand zu liegen.
Dieser Artikel ist keine Rechtfertigung, sondern eine Aufarbeitung.
Ein Leitfaden für alle, die in einer leuchtenden Zukunft mit Chiropraktik führend sein wollen.
Das bedeutet für uns: zuhören, Verantwortung übernehmen und vor allem: den Keller aufräumen.
Heute starten wir mit dem Risiko. Wie hoch es wirklich ist, wie wir es so gering wie möglich halten und was wir konkret dafür tun müssen.
Leung et al. 2024: 233 Studien neutral ausgewertet
(Eine neutrale Quelle zu finden war ehrlich gesagt garnicht so einfach ‒ Fast jede Publikation hatte einen spürbaren Beigeschmack)
Risiko ist immer eine Frage der Vergleichswerte.
Denn alles hat ein Risiko.
Denn alles hat ein Risiko.
Einfach in den Raum zu stellen bei Chiropraktik kämen Menschen zu Schaden und basierend darauf Entscheidungen zu treffen ist unvollständig.
Damit würde so gut wie jede Entscheidung im Alltag in einer Paralyse enden.
Leung et al. aus dem Jahr 2024 schafft für uns genau das.
Sie ist die bislang umfassendste neutrale Sammlung ernster Zwischenfälle nach HVLA‒Behandlungen an der Halswirbelsäule.
Die Autoren haben sieben Datenbanken durchsucht.
Von Beginn an bis Mai 2023.
Über 17.000 Treffer. Am Ende blieben 233 Studien.
Darin: 334 dokumentierte Fälle.
Aus 30 Ländern. Über Jahrzehnte. Und — das ist der entscheidende Punkt — sie schaut nicht nur auf Justierungen. Sondern auf jede Form der Halsbehandlung. Massage. Mobilisation. Akupunktur. Übungen. Selbstbehandlung. Frühere Reviews haben sich auf Schlaganfälle nach Justierungen (oder was sie dafür gehalten haben) verengt. 58 Prozent aller Fälle betreffen die Blutgefäße. 25 Prozent betreffen Nerven oder Rückenmark. Meist eine Kompression — Druck auf das Rückenmark, oft bei schon vorgeschädigter, degenerierter Halswirbelsäule. 42 Prozent der Ereignisse passieren sofort. Weitere 32 Prozent innerhalb von 48 Stunden.
Darin: 334 dokumentierte Fälle.
Aus 30 Ländern. Über Jahrzehnte. Und — das ist der entscheidende Punkt — sie schaut nicht nur auf Justierungen. Sondern auf jede Form der Halsbehandlung. Massage. Mobilisation. Akupunktur. Übungen. Selbstbehandlung. Frühere Reviews haben sich auf Schlaganfälle nach Justierungen (oder was sie dafür gehalten haben) verengt. 58 Prozent aller Fälle betreffen die Blutgefäße. 25 Prozent betreffen Nerven oder Rückenmark. Meist eine Kompression — Druck auf das Rückenmark, oft bei schon vorgeschädigter, degenerierter Halswirbelsäule. 42 Prozent der Ereignisse passieren sofort. Weitere 32 Prozent innerhalb von 48 Stunden.
44 Prozent erholen sich vollständig.
Weitere 18 Prozent mit leichten Folgen.
6 Prozent der Fälle endeten tödlich.
Was davon war jetzt durch Chiropraktik?
Wir haben 334 Fälle.
Physiotherapeuten: 2 % (7 Fälle)
Mediziner / Ärzte: 2 % (8 Fälle)
Massagetherapeuten: 3 % (9 Fälle)
Osteopathen: 4 % (12 Fälle)
Akupunkteure / TCM: 5 % (16 Fälle)
Selbst zugefügt (Selbstmanipulation): 8 % (26 Fälle)
Nicht‒Kliniker (Laien): 5 % (16 Fälle)
Nicht spezifiziert: 17 % (57 Fälle)
Chiropraktiker: 54 % (183 Fälle)
Davon 83 % ohne eine Beschreibung des Vorgehens.
Bleiben 32 Fälle.
Davon 17 schlecht ausgebildet (ungewöhnlich grob oder weit weg von jedem Standard).
Unterm Strich:
15 Fälle aus 30 Ländern über ein Jahrhundert (zwei Jahre fehlen).
15 Fälle aus 30 Ländern über ein Jahrhundert (zwei Jahre fehlen).
Am Ende war es immer "ein Chiropraktiker"
Stern Artikel wie"Chiropraktik: Reißen, bis die Schwarte kracht", welcher den Niedergang des Qualitätsjournalismus in Deutschland schon 2002 angekündigte, zeigt deutlich:
Wenn jemand mit HVLA‒Techniken einen Schaden anrichtet, fällt das Wort "Chiropraktik" oder "Chiropraktiker" schnell, obwohl alleine in 46% aller dokumentierten Fälle die Benennung anderer Heilberufler richtiger gewesen wäre.
"The manipulations were performed outside our institution by orthopedists in seven patients, a physiotherapist in one, and health practitioners who are not physicians in two. The chiropractic maneuver type was described by the patients since medical documentation of it was not available in any case."
(Im Falle des Artikels waren es 0.)
(Mehr hätte ich von Rolf‒Herbert Peters und einem Text ohne Quellenverzeichnis auch nicht erwartet)
Die Konsequenz: Wenn sich jemand Chiropraktiker nennen darf,
müssen die Standards besonders in der Risikovermeidung
hoch sein. Denn wer in einer statistischen Auswertungen der Zukunft zum selben Thema als "gut ausgebildeter Chiropraktiker" gelistet ist trägt Verantwortung. Egal von welchem Verband.
müssen die Standards besonders in der Risikovermeidung
hoch sein. Denn wer in einer statistischen Auswertungen der Zukunft zum selben Thema als "gut ausgebildeter Chiropraktiker" gelistet ist trägt Verantwortung. Egal von welchem Verband.
Damit Gekoppelt:
Ist die Schwelle zwischen Chiropraktiker:in und nicht‒Chiropraktiker:in zu gering, das Berufsbild nicht scharf abgegrenzt, wird jede klare Zuordnung und Abweisung schwer.
So lange gilt:
Alle Wochenendseminare mit HVLA‒Techniken schaden uns. (Du kannst als Physiotherapeut mit Heilpraktiker‒Erlaubnis HVLA‒Techniken an Wochenenden lernen, Patienten schaden und dann in vernichtenden Artikeln als „Chiropraktiker" eine andere Profession in den Dreck ziehen.) Studiengänge mit Chiropraktik (und zwar egal welche) sind die Lösung.
Alle Wochenendseminare mit HVLA‒Techniken schaden uns. (Du kannst als Physiotherapeut mit Heilpraktiker‒Erlaubnis HVLA‒Techniken an Wochenenden lernen, Patienten schaden und dann in vernichtenden Artikeln als „Chiropraktiker" eine andere Profession in den Dreck ziehen.) Studiengänge mit Chiropraktik (und zwar egal welche) sind die Lösung.
Und zwar exklusiv.
Qualität senkt das Risiko drastisch
Die seriösen Schätzungen liegen im einstelligen Millionenbereich: grob zwischen 1:1 Million und 1:5 Millionen für lebensveränderde Folgen durch Manipulationen an der Halswirbelsäule.
Wieso die Spanne?
Je nach Einschluss und Differenzierung schwanken die Ausbildungsstandards stark.
Das Risiko ist je nach Qualität 5x höher.
Das Risiko ist je nach Qualität 5x höher.
Zum Vergleich: Das Risiko für schwere gastrointestinale Blutungen durch die Einnahme von Ibuprophen liegt etwas unter 1:5 Millionen.
Review mit Meta‒Analyse zeigt: Eine kontrollierte Manipulation dehnt die Vertebralarterie weniger als eine normale Kopfdrehung am Bewegungsende.
Unter 4 %, teils nur 1,3 %.
Gegenüber mehr als 12 % bei aktiver Rotation.
In einem Satz:
Wer HVLA‒Techniken nutzen darf, das auch tut und sich dabei mit Chiropraktik assoziiert, muss sich zum lebenslangen Lernen, zu regelmäßigen Weiterbildungen und einer Ausführung mit dem geringsten Risiko verpflichten. Das ist für uns Aufgabe eines guten Verbandes.
Wer HVLA‒Techniken nutzen darf, das auch tut und sich dabei mit Chiropraktik assoziiert, muss sich zum lebenslangen Lernen, zu regelmäßigen Weiterbildungen und einer Ausführung mit dem geringsten Risiko verpflichten. Das ist für uns Aufgabe eines guten Verbandes.
Bonus: Dokumentation und rechtliche Absicherung
Sonographien der Halsschlagadern können – neben einem präzisen Risikomanagement mit sauberer Dokumentation – zu einer starken Absicherung führen.
Hier ein Beispiel unserer Dokumentationstexte:
"Ein relevantes aktuelles Trauma wurde verneint. Es erfolgte eine Untersuchung gemäß GebüH 17.1 mit strukturierter Anamnese und klinischer Funktionsprüfung unter Ausschluss neurologischer und gefäßassoziierter Warnsymptome. Diagnosen gemäß ICD‒10: M99.12 Subluxation der Wirbelsäule (HWS) sowie M99.80 Atlasblockierung; Diagnosestellung funktionell ohne bildgebende Sicherung. Die Risiko‒ und Kontraindikationsprüfung ergab keine akuten Ausschlussgründe; provokative prämanipulative Gefäßtests wurden im Rahmen der klinischen Risikoprüfung ohne Auffälligkeiten durchgeführt. Die individuelle Risikoaufklärung erfolgte vollständig im Rahmen der Anamnese; der Behandlungsvertrag wurde nach angemessenem Bedenkzeitraum beiderseits unterzeichnet. Durchgeführt wurden Maßnahmen gemäß GebüH 34.2 gezielter chiropraktischer Eingriff an der HWS sowie 35.2D osteopathische Behandlung der HWS. Die Behandlung wurde gut toleriert; eine Reevaluation ist geplant."
Links zu mobilen Geräten:
Clarius HD3
Disclaimer:
Dieser Artikel wird altern, wir können nicht alle Quellen einbeziehen, wir sind nicht unfehlbar und nicht allwissend.
https://link.springer.com/article/10.1007/s004150050432
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41138708/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10369853/
https://www.praxisdienst.com/de-de/produkt/clarius-hd3-ultraschallsystem-l15-5-15-mhz-7-cm/147453?gad_source=1&gad_campaignid=23364175803&gbraid=0AAAABAcEIBqjsu8UMvGyk7JYfyIrkwTBg&gclid=Cj0KCQjwr4jSBhCSARIsAOX1E-JN8pqO_Has6cfDUmQYa4BcmIvoz-cOCoJ_q9l9OVhsmQ_xujY9X3EaArjZEALw_wcB
https://open.spotify.com/episode/332LvNBN7iRpbbiucodJuC
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39663097/